Der Plan
Der Plan kam irgendwann im Herbst 2024 zu mir, nachdem ich wieder mal von einem Besuch in Nordnorwegen zurückgekehrt war. Ich schrieb gerade an einem Roman über eine Frau, die sich auf eine lebensverändernde Radtour begibt, und ich dachte mir: Warum eigentlich nicht auch ich?
Die Idee klang simpel genug. Sobald ich genug Geld zur Seite gelegt und beruflich und privat noch ein paar Sachen geklärt haben würde, konnte es losgehen. Sommer 2026.
Das gab mir genug Zeit, auch noch ein bisschen fitter zu werden.
Tja, und dann kam die kleine Frau Hund in mein Leben.
War nicht geplant, und dann irgendwann doch geplant, weil es ... na ja, weil es sein musste. Sie ist nämlich mein Hund, und ich bin ihr Mensch.
Sie kam, und sie war zart und fein und fand die Welt ziemlich groß und erschreckend.
Also musste der urspünglich sehr einfache Plan, der im Wesentlichen daraus bestand, einfach immer weiterzufahren und zu sehen, was passiert, ein bisschen komplexer werden.
Denn ich mag lange Regentage durchhalten, ich mag Fahren an vielbefahrenden lauten Straßen durchhalten, ich mag mich insgesamt durchbeißen können, wenn es hart wird.
Aber die kleine Frau Hund weiß ja nicht, dass am nächsten Tag die Sonne zurückkommt.
Sie weiß nicht, dass die elenden Lkw irgendwann auf den Rastplatz fahren oder der beängstigende Tunnel zu Ende sein wird. Also fiel die Fahrt durch Norwegen raus. Zu viele enge Straßen, zu viele Tunnel, zu viele Höhenmeter mit Anhänger. Schweden könnte auch problematisch werden, da in Schweden nicht viele Züge Fahrräder mitnehmen. Und mit der kleinen Frau Hund will ich die Möglichkeit haben, zurückzukommen. Also fahren wir wohl durch Finnland.
Allerdings geht der Eurovelo 7 so wunderbar direkt ans Ziel durch Schweden ... Sehen wir mal, wie sich das Ganze nach den ersten Kilometern anfühlt.